DAVE: Vorstellung des DAVE Marktreports: Immobilieninvestmentmarkt gewinnt wieder an Dynamik
DAVE-Marktreport: Immobilieninvestmentmarkt gewinnt wieder an Dynamik / Wohnen ist Stabilitätsanker / „Zeit des pauschalen Investierens ist vorbei“- Neuer Marktreport zeigt: Transaktionsvolumen steigt in den meisten Assetklassen und Städten
- Wohnimmobilien führen Erholung an
- DAVE sieht wachsende Spreizung bei Gewerbeimmobilien: Moderne Core-Objekte gefragt, ältere Bestände zunehmend unter Druck
München/Kiel, 8. Oktober 2026 – Der deutsche Immobilieninvestmentmarkt setzt seine Erholung fort. Trotz geopolitischer Unsicherheiten entwickelte sich das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2026 besser als vielfach erwartet. In den meisten Assetklassen und Städten lag es über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Besonders deutlich zeigt sich die Belebung bei Wohnimmobilien. Aber auch im Büro-, Hotel- und Retailsegment sind erste selektive Anzeichen einer Wende erkennbar. Zu diesem Ergebnis kommt der neue DAVE Marktreport 2026/2027, den der Deutsche Anlage-Immobilien Verbund (DAVE) auf der Expo Real 2026 vorgestellt hat.
„Der Immobilienmarkt ist wieder in Bewegung, aber wir kehren nicht zum Markt der Jahre vor der Zinswende zurück. Kapital ist vorhanden und Investoren sind wieder aktiver. Gleichzeitig wird wesentlich genauer geprüft, wo und in welche Qualität investiert wird. Lage, Gebäudequalität, Energieeffizienz, Entwicklungspotenzial und eine belastbare Ertragsperspektive entscheiden heute stärker denn je über die Investitionsentscheidung“, so René Husfeldt, Geschäftsführer von DAVE.
Der Marktreport 2026/2027 bündelt die Einschätzungen und Marktdaten der DAVE-Partner für 22 deutsche sowie drei österreichische Immobilienstandorte. Neben der Entwicklung der Wohn- und Gewerbeimmobilienmärkte enthält der Report unter anderem Daten zu Wohnmieten, Kaufpreisfaktoren und Büromärkten sowie Renditekarten.
Wohnimmobilien bleiben Stabilitätsanker
Besonders robust zeigt sich der Wohninvestmentmarkt. In nahezu allen untersuchten Regionen in Deutschland und Österreich ist mit steigenden Kaltmieten zu rechnen. Ausschlaggebend sind das knappe Angebot, die hohe Nachfrage und die weiterhin geringe Neubautätigkeit. Gleichzeitig erschweren die gegenüber der Niedrigzinsphase höheren Finanzierungskosten vielen Haushalten den Wechsel vom Miet- ins Wohneigentum. Dadurch erhöht sich der Druck auf die Mietwohnungsmärkte zusätzlich.
Für Investoren rücken dabei insbesondere Mehrfamilienhäuser und Wohnanlagen mit Entwicklungspotenzial stärker in den Fokus. Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen können Möglichkeiten eröffnen, die langfristige Vermietbarkeit zu verbessern und Werte zu entwickeln. Zugleich verlangt der Markt eine deutlich differenziertere Betrachtung einzelner Objekte.
„Wohnen ist derzeit der Stabilitätsanker des Immobilienmarktes. Die entscheidende Frage lautet für Investoren aber nicht mehr nur, in welcher Stadt sie investieren, sondern welches Objekt innerhalb dieses Marktes tatsächlich Zukunftspotenzial besitzt. Genau deshalb gewinnt lokale Marktkenntnis wieder enorm an Bedeutung“, so Husfeldt. Wie unterschiedlich sich dabei die einzelnen Märkte entwickeln, zeigen die regionalen Analysen.
Büromarkt: Qualität entscheidet
Deutlich selektiver präsentiert sich der Büromarkt. Moderne, energieeffiziente Flächen in zentralen Lagen erfahren hohe Nachfrage, während ältere, nicht zeitgemäße Bestände, insbesondere in peripheren Lagen, zunehmend unter Druck geraten. Diese Entwicklung zeigt sich über zahlreiche der von DAVE untersuchten Städte hinweg. Damit setzt sich die Polarisierung des Marktes fort. Nicht die Assetklasse allein entscheidet über die Investierbarkeit, sondern zunehmend die Zukunftsfähigkeit des einzelnen Gebäudes.
Logistik robust, Retail bleibt selektiv
Auch in anderen gewerblichen Assetklassen ergibt sich ein differenziertes Bild. Logistikimmobilien waren aufgrund ihrer stabilen Nachfrage in den vergangenen Jahren vergleichsweise wenig von Preiskorrekturen betroffen. Im Retailsegment erzielen insbesondere Flächen mit Lebensmittelmärkten als Ankermietern weiterhin attraktive Renditen.
Österreich hinkt der deutschen Erholung noch hinterher
Während sich der deutsche Markt zunehmend stabilisiert, zeigt sich in Österreich ein anderes Bild. Dort verringerte sich das Transaktionsvolumen gegenüber 2025 sowohl bei Wohn- als auch bei Gewerbeobjekten nochmals. DAVE führt dies unter anderem auf den typischen zeitlichen Versatz zurück, mit dem immobilienwirtschaftliche Entwicklungen Deutschland und Österreich erfassen. Gleichzeitig zeigen sich auch dort erste Stabilisierungstendenzen auf einzelnen lokalen Märkten. In Linz etwa verbesserte sich 2025 mit sinkenden Finanzierungskosten und rückläufiger Inflation zunächst die Investitionsbereitschaft. Seit Anfang 2026 wird diese Entwicklung allerdings wieder durch gegenläufige Faktoren gebremst. Hochwertige Immobilien in zentralen Lagen bleiben knapp und halten ihr Preisniveau vergleichsweise stabil.
DAVE: „Die Zeit des pauschalen Investierens ist vorbei“
Für DAVE markiert die aktuelle Entwicklung deshalb weniger die Rückkehr zu alten Marktmechanismen als vielmehr den Beginn einer neuen Investmentphase. Nach der weitgehend abgeschlossenen Preisfindung haben sich Investoren auf das höhere Zinsniveau eingestellt. Family Offices mit hoher Eigenkapitalausstattung sind wieder verstärkt aktiv, ebenso institutionelle Investoren. Gleichzeitig sind Finanzierungsbedingungen anspruchsvoller und Ankaufsentscheidungen werden intensiver geprüft.
Husfeldt: „Die Zeit des pauschalen Investierens ist vorbei. Wir sehen wieder Chancen und zwar in sehr unterschiedlichen Märkten. Entscheidend ist, diese Chancen auf Objekt- und Mikroebene zu identifizieren. Wer heute investiert, muss Rendite, Risiko, Finanzierung und zukünftige Nutzbarkeit gemeinsam betrachten. Genau darin liegt aber auch die Chance des aktuellen Marktes.“
Der DAVE Marktreport 2026/2027 umfasst Marktanalysen und Kennzahlen für 25 Standorte in Deutschland und Österreich und richtet sich insbesondere an institutionelle Anleger, Unternehmen, Stiftungen, Family Offices, Erbengemeinschaften und private Investoren. Der vollständige Report steht zum Download zur Verfügung: